Autos im Kampf der Zwerge – Mini, der sportliche Energiesparer

Kaum ein Kleinwagen verfügt über so eine lange Motorsport-Tradition, wie der 1959 präsentierte Mini. Legendär die Erfolge bei der Rallye Monte Carlo. Aber auch auf der Rundstrecke war der Langläufer aus Großbritannien erfolgreich. Erstaunlich für ein Auto, das als Antwort auf die Suez-Krise entstand.

Als 1956/57 der Suez-Kanal versperrt war, begriff Großbritannien seine Abhängigkeit vom arabischen Öl. Damals gab es noch keine Ölbohrungen in der Nordsee. Das Inselreich bezog einen Großteil des benötigten Öls von der arabischen Halbinsel. Fahrverbote und Rationierungen waren die Folge der Suez-Krise.

Leonard Lord, Vorstandschef der British Motor Corporation (BMC) entwickelte die Idee eines Energiesparmodells. Schnell waren die Parameter für das Entwicklungsteam der Konzerntochter Morris abgesteckt: drei Meter Länge aber Platz für vier Personen. Dazu die Vorgabe, dass sich der Kleinwagen mit sechs Liter Kraftstoff für 100 Kilometer begnügt.

Es ist nicht überliefert, ob Entwicklungschef Alec Issigonis den Auftrag von Anfang an für umsetzbar hielt. Beim Motor griff der in S Techniker auf die sogenannte A-Serie des Hauses zurück. Diesen hatte Motorentechniker Harry Weslake bereits 1951 für den Austin A30 entwickelt – ebenfalls ohne sportliche Hintergedanken. Denn sonst wäre wohl kein Vierzylinder mit nur drei Kurbelwellenlagern und einer unten liegenden Nockenwelle entstanden.

Um die Platzvorgaben zu erfüllen, platzierte Alec Issigonis den Motor und das Getriebe quer im Motorraum des neuen Kleinwagens. Wobei der geniale Techniker, das Getriebe unterhalb des Motors verstaute und sich beide einen Ölkreislauf teilen. Schon im Oktober 1957 fuhr der erste Prototyp. Zwei Jahre später war das Serienmodell fertiggestellt, das schnell reißenden Absatz fand.

Die Geburt des Mini Cooper!

In Zusammenarbeit mit Rennstallbesitzer John Cooper entstand Anfang der 1960er eine Sportversion des Minis. Cooper wollte in der neu ins Leben gerufenen Formel Junior einen Motor der BMC einsetzen. In der Formel Junior mussten der Motor und die Bremsanlage aus einem Basisfahrzeug stammen. Daher bestückte die BMC den Mini nicht nur mit einem 55 PS starken Motor, sondern auch mit einer Scheibenbremsanlage.

Als Mini Cooper S fährt dieses Modell in den kommenden Jahren zu zahlreichen Erfolgen. 1964, 1965 und 1967 gewinnt der Mini die Rallye Monte Carlo. Einen weiteren Erfolg bei der Mutter aller Rallyes verhindern 1966 falsche Glühbirnen. Was im Nachhinein zu Legende des Mini beiträgt.

Dazu ist die legendäre Tourenwagen-Europameisterschaft ein beliebter Einsatzort für den Kleinwagen. Zunächst ist der Mini in der Klasse bis 1.000 ccm ein Frontrunner. Später wird der Mini mit seinem auf 1.275 ccm vergrößerten Motor in der Klasse bis 1.300 ccm der Dominator. Das macht den Mini auch für Neueinsteiger interessant. Die Formel-1-Weltmeister Niki Lauda und James Hunt sowie der Grand Prix Sieger Clay Regazzoni fahren im Mini ihre ersten Rennen.

Heute ist der Mini bei allen wichtigen Rennen des historischen Motorsports ein regelmäßiger Starter. In Großbritannien organisiert der Mini7 Racing Club bis heute Rennen mit dem Klassiker. Das führt dazu, dass in der Mini7-Serie die Entwicklung des Minis bis heute nicht abgeschlossen ist.

Im Kampf der Zwerge starten die Mini in der Klasse der British Car Trophy. In der Einsteigerklasse treten ausschließlich seriennahe Minis der Baujahre 1992 bis 1996 mit Zentraleinspritzung (SPI) an. Günstiger ist Motorsport kaum möglich. Denn wer zum Beispiel bei Autoscout einen Rover Mini findet, darf im Prinzip nur Sicherheitstechnik nachrüsten. Mehr gibt der enge Rahmen des Regelwerks nicht her.

Bei den verbesserten Fahrzeugen gibt es dagegen kaum Grenzen. Auch nach 50 Jahren Mini-Geschichte werden in dieser Klasse, wie in Großbritannien, noch neue technische Lösungen entwickelt, Details optimiert und individuelle Ideen umgesetzt. Das schafft einen Rahmen, um an die Grenzen des Machbaren zu gehen und lässt Freiräume, einen Rennwagen nach persönlichen Vorstellungen zu bauen.

Wer sich für einen Einsatz des Minis interessiert, wendet sich einfach an die Serienkoordinatoren.

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